Rechte und Pflichten

TGD-Tierhalter


1. TGD-Tierhalter haben folgende Anforderungen zu erfüllen:

  • Weiterbildungen im Ausmaß von 4 Stunden pro 4-Jahresperiode müssen erfüllt werden.
  • Die Tierhaltung sowie die Herstellung und Lagerung von betriebseigenen Futtermitteln hat mit der Sorgfalt eines ordentlichen Landwirtes zu erfolgen.
  • Das Bestandsregister einschließlich des Behandlungsregisters ist in geordneter und leicht überprüfbarer Form (Dokumentation der TAM-Abgabe, TAM-Anwendung und Rückgabe) zu führen und am Betrieb mindestens fünf Jahre lang - auch nach dem Ausscheiden aus dem TGD - aufzubewahren und den behördlichen Kontrollorganen auf Verlangen zur Einsicht vorzulegen.
  • Alle gehaltenen Tiere sind entsprechend den gesetzlichen Vorschriften zu kennzeichnen. Im Krankheitsfall muss die organisatorische Möglichkeit gegeben sein, Tiere in Gruppen oder einzeln abgesondert zu halten. Eine Identifizierung muss möglich sein. (Aufstellungsplan mit sämtlichen Buchten bzw. Boxen und Gruppenzordnungen ist dem Bestandsregister beizulegen)
  • Rückverfolgbare Dokumentation des Viehverkehrs.
  • Ordnungsgemäße Schutzkleidung für den Tierarzt und dessen Hilfspersonen.
  • Die nötige Hilfe, insbesondere die notwendige Fixierung der Tiere bei Untersuchungen und Behandlungen.

2. Bei Zusammenarbeit mit dem TGD-Betreuungstierarzt hat der TGD-Tierhalter folgende Bestimmungen einzuhalten:

  • TGD-Tierhalter, die für mehrere Tierarten Betreuungsverhältnisse eingehen, haben die Aufzeichnungen nach Tierarten getrennt im Bestand- und Behandlungsregister zu führen.
  • Wird ein weiterer Tierarzt beigezogen, so hat der Tierhalter dies dem TGD-Betreuungstierarzt unaufgefordert mitzuteilen. Sämtliche gesetzte Maßnahmen sind im Behandlungregister zu dokumentieren.
  • Die jährlich durchzuführenden Betriebserhebungen müssen ermöglicht werden und es bedarf der Mitwirkung. Die Dokumentation der Betriebserhebungen sowie die Aufzeichnungen im Bestandsregister sind ordnungsgemäß durchzuführen und bei jeder Betriebserhebung dem Betreuungstierarzt auszuhändigen bzw. zur Verfügung zu stellen.
  • Weitere Aufzeichnungen über Produktionsdaten, die für die Beurteilung der Tiergesundheit relevant sind, sind dem Betreuungstierarzt zur Verfügung zu stellen.
  • Bei tiergesundheitlichen Problemen ist eine zeitgerechte Meldung an den TGD-Betreuungstierarzt durchzuführen. Besteht der Verdacht, dass eine Seuche im Sinne des Tierseuchengesetzes vorliegt, so ist umgehend eine Meldung an die Behörde durchzuführen.
  • Bei Ausbleiben des Behandlungserfolges, bei Neuauftreten von weiteren Erkrankungen oder bei Verenden eines Tieres hat der Tierhalter unverzüglich den Betreuungstierarzt zu informieren und mit diesem die weitere Vorgangsweise festzulegen.
  • Notwendiges Untersuchungsmaterial für die Diagnostik ist vom Tierhalter bei Bedarf zur Verfügung zu stellen.
  • Anweisungen von festgestellten Mängeln des TGD-Betreuungstierarztes zur Beseitigung sind einzuhalten.

3. Bei Einbindung von TGD-Tierhaltern in die Anwendung von Arzneimitteln bestehen für diese folgende Pflichten:

  • Sie oder eine von ihnen benannter TGD-Arzneimittelanwender haben vor Einbindung in die Arzneimittelanwendung eine Ausbildung zu absolvieren.
  • Sie oder eine von ihnen benannter TGD-Arzneimittelanwender haben bei der Herstellung von Fütterungsarzneimitteln im Betrieb die zusätzliche Ausbildungserfordernisse zu absolvieren.
  • Der Arzneimittelanwender wird in Abstimmung mit dem Betreuungstierarzt festgelegt und durch Angabe des Namens (Vor- und Zuname), Geburtsdatums und einen Hinweis auf das Dienstverhältnis/Vertragsverhältnisses im Rahmen der Betriebserhebung am Betriebserhebungsdeckblatt, oder bei kurzfristigen Änderungen mittels eigenem Formulars an die TGD-Geschäftsstelle gemeldet.
  • Sie haben für die Tätigkeit der Arzneimittelanwender in ihrem Betrieb die Verantwortung zu übernehmen.
  • Der Arzneimittelanwender darf verschriebenen Arzneimittel nur vom Betreuungstierarzt oder auf dessen Verschreibung über eine öffentliche Apotheke und bei Fütterungsarzneimitteln auch vom Hersteller beziehen. Der Arzneimittelabgabe-, Arzneimittelrückgabe- und Anwendungsbeleg ist vom Tierhalter bei Übernahme des Arzneimttels auf Leserlichkeit zur überprüffen und aufzubewahren.
  • Überlassenen Tierarzneimittel müssen getrennt von Lebens- und Futtermitteln sowie erforderlichenfalls ausreichend gekühlt, und für Unbefugte unerreichbar gelagert werden.
  • Tierarzneimittel müssen gemäß den Anleitungen des Tierarztes angewendet werden und diese Anwendung muss schriftlich im Behandlungsregister dokumentiert werden.
  • Sie haben dem Betreuungstierarzt nicht benötigte oder abgelaufene Tierarzneimittel sowie Tierarzneimittelreste und Leergebinde spätestens bei der nächsten Visite zurückzugeben bzw. vorzulegen.
  • Die Herstellung von Fütterungsarzneimittel muss vor Beginn der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde gemeldet werden. Bestätigung über Ausbildung ist beizulegen.



TGD-Tierärzte


1. Alle TGD-Tierärzte haben folgende Anforderungen zu erfüllen

  • Die tierärztliche Praxis ist mit der Sorgfalt eines ordentlichen Tierarztes zu führen, insbesondere ist die Akut- und Notversorgung des betreuten Tierbestandes zu gewährleisten.
  • Sie haben die erforderlichen Behandlungen unter Bedachtnahme auf die Zielsetzung der Minimierung des Arzneimitteleinsatzes, sowie auf die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sicherzustellen.
  • Sie haben bei Betriebsbesuchen die vom Tierhalter zur Verfügung zu stellende saubere Schutzkleidung zu verwenden.
  • Weiterbildungserfordernisse im Ausmaß von 30 Stunden pro 4-Jahresperiode sind zu erfüllen
  • Sie haben bei Tätigkeiten im Auftrag oder in Vertretung eines TGD-Betreuungstierarztes die diesen treffenden Verpflichtungen dieser Verordnung einzuhalten.

2. Die Tätigkeit als TGD-Betreuungstierarzt hat im Umkreis des Praxissitzes zu erfolgen. Wenn eine die Landesgrenzen überschreitende Tätigkeit als TGD-Betreuungstierarzt beabsichtigt ist und wenn vor Beginn der grenzüberschreitenden Tätigkeit am beabsichtigten Tätigkeitsort schon ein diesbezüglicher TGD besteht, so bedarf es der schriftlichen Mitteilung an die betreffenden Tiergesundheitsdienste über die Anzahl der bestehenden Betreuungsverträge. Die betreffenden TGD-Tierärzte müssen Teilnehmer im jeweiligen TGD sein.


3. TGD-Betreuungstierärzte können TGD-Tierärzte für die Erfüllung ihrer Aufgaben heranziehen, die dann in ihrem Auftrag arbeiten. In diesem Fall ist der TGD-Betreuungstierarzt für die Einhaltung der Bestimmungen dieser Verordnung verantwortlich. TGD-Tierärzte, die im Auftrag eines TGD-Betreuungstierarztes tätig werden, sind von diesem der TGD-Geschäftsstelle schriftlich bekanntzugeben. Eine Eintragung in ein geeignetes elektronisches System ersetzt diese Benachrichtigung.


4. Die Vertretung eines TGD-Betreuungstierarztes darf nur durch andere TGD-Tierärzte mit Zugang zur Hausapotheke erfolgen. Für die Einhaltung der Bestimmungen dieser Verordnung ist der Vertreter selbst verantwortlich. Die Vertreter müssen vom TGD-Betreuungstierarzt dem TGD-Tierhalter und der Geschäftsstelle schriftlich genannt werden. Eine Eintragung in ein geeignetes elektronisches System ersetzt diese Benachrichtigung.


5. TGD-Betreuungstierärzte haben folgende Vorgaben zu erfüllen beziehungsweise nachstehende Bestimmungen einzuhalten:

  • Sie sind verpflichtet, Betriebserhebungen durchzuführen und zu dokumentieren; für die Terminfestlegung ist der TGD-Betreuungstierarzt verantwortlich, der den TGD-Tierhalter davon nachweislich rechtzeitig in Kenntnis zu setzen hat.
  • Sie sind verpflichtet, den TGD-Tierhalter unter Setzung einer angemessenen Frist zur Beseitigung von bei der Betriebserhebung festgestellten Mängeln aufzufordern.
  • Sie dürfen die TGD-Arzneimittelanwender des zugehörigen TGD-Betriebes in Hilfeleistungen, die über die für die übliche Tierhaltung und Tierpflege notwendigen Tätigkeiten hinausgehen, sowie in die Anwendung von Tierarzneimitteln bei jenen landwirtschaftlichen Nutztieren, die vom Betreuungsvertrag erfasst sind, einbinden, wobei dies nach genauer Anleitung, Aufsicht und schriftlicher Dokumentation gemäß dem 4. Abschnitt dieser Verordnung zu erfolgen hat.
  • Sie dürfen auch Arzneimittel, deren Abgabe auf Grund der Verordnung gemäß § 7 Abs. 1 TAKG im Rahmen des TGD erlaubt ist, an TGD-Arzneimittelanwender abgeben.
  • Sie sind verpflichtet, die Programmanweisungen bei Teilnahme an Tiergesundheitsprogrammen im Rahmen des TGD einzuhalten.
  • Sie haben a) die ihnen zurückgegebenen, nicht benötigten oder abgelaufenen Tierarzneimittel, sowie Tierarzneimittelreste spätestens bei der nächsten Visite zu übernehmen oder deren vorschriftsmäßige Entsorgung zu veranlassen, und b) bei zur Instillation und Injektion bestimmten Tierarzneimitteln - mit Ausnahme von Tierarzneimitteln gemäß § 13 Abs. 1 - spätestens bei der nächsten Visite die vorgelegten Leergebinde solcher zu kontrollieren.
  • Die von ihnen ausgestellten Arzneimittelabgabe-, Arzneimittelrückgabe- und Anwendungsbelege haben inhaltlich den Vorgaben, welche in den „Amtlichen Veterinärnachrichten“ kundgemacht werden, zu entsprechen.
  • Sie haben die Dokumentation gemäß Z 1 sowie andere auf Grund dieser Verordnung zu führenden Aufzeichnungen und Verträge mindestens fünf Jahre lang auch nach Ausscheiden aus dem TGD aufzubewahren und den behördlichen Kontrollorganen auf Verlangen geordnet und leicht überprüfbar zur Einsicht vorzulegen.
  • Sie haben Verstöße gegen die gemäß § 7 Abs. 1 und 2 TAKG erlassenen Vorschriften, welche eine Gefährdung der Gesundheit des Verbrauchers darstellen können, oder Tatbestände, die den Verdacht auf Tierquälerei gemäß § 222 des Strafgesetzbuches begründen, unverzüglich der Geschäftsstelle des TGD mitzuteilen. Diese hat unverzüglich die zuständige Behörde zu benachrichtigen.
  • Sie haben augenscheinliche Verstöße gegen Tierschutzbestimmungen, die nicht unter Z 9 fallen und zu einer schweren Beeinträchtigung der Tiergesundheit führen, dem TGD-Betrieb nachweislich zur Kenntnis zu bringen und gemeinsam mit dem TGD-Tierhalter für die festgestellten Mängel ein Ziel mit angemessener Fristsetzung zur Behebung bzw. Beseitigung zu definieren. Wird das definierte Ziel in der angegebenen Frist nicht erreicht, sind die zuständigen Organe des TGD zu verständigen.